Alles Rund um Regional, Bio und Fairtrade

Selber machen: Flüssiges Biowaschmittel

© Bild: Martin Manigatterer In: Pfarrbriefservice.de

Waschmittel. Sie machen die Wäsche sauber, rein, frisch, duftend. Aber sie enthalten auch Tenside, Duftstoffe, Bleichmittel, Enthärter, Füllstoffe, Enzyme. Stoffe, die teils kritisch für die Umwelt sind.

Die gefährlichen Inhaltsstoffe der Waschmittel

Da sind zum Beispiel Tenside. Aus ihnen besteht Waschmittel hauptsächlich. Tenside mischen zwei verschiedene Stoffe miteinander, die sich ansonsten nicht miteinander vermengen. Wasser und Fett. Hergestellt werden sie aus Erdöl, Kohle, Palmkernöl, Kokosöl. Einige dieser Tenside bauen sich gut ab, andere schlecht. 2005 hat die EU deshalb ein Gesetz verabschiedet, das vorschreibt, dass Tenside innerhalb von 28 Tagen zerfallen sein müssen.

In Waschmitteln stecken auch Enzyme. Proteine, die Flecken aus der Wäsche herauslösen. Die dafür sorgen, dass sich die Wäsche bei niedrigen Temperaturen gut waschen lässt. Die so dazu beitragen, dass sich wertvolle Energie beim Waschen einsparen lässt. Doch Enzyme können genmanipuliert sein.

Oder Duftstoffe: Sie zaubern einen wohlriechenden Duft in die Wäsche. Aber sie sind oft giftig, lösen Allergien aus und lassen sich schwer abbauen.

Schwer abbaubar sind auch antibakterielle Inhaltsstoffe von Waschmittel. Sogenannte „Biozide“. Sie fressen nicht nur Bakterien in der Wäsche, sondern auch die Bakterien, die in der Kläranlage dafür zuständig sind sie selbst aufzuspalten. Die Biozide überleben. Wenn das aufbereitete Wasser aus der Kläranlage ins natürliche Gewässer zurückfließt, schädigen die Biozide Mikrolebewesen. Und damit Mensch und Umwelt.

Die Rezeptliste der giftigen Inhaltsstoffe in Waschmitteln ist lang. Mikroplastik, das die Gewässer schädigt. Oder Borverbindungen, die im Verdacht stehen, unfruchtbar zu machen.

Biowaschmittel selber machen

Rund 630.000 Tonnen verbrauchen die Deutschen laut Umweltbundesamt jährlich. Einige sprechen davon, dass die Anzahl jährlich weiter steigt. Darum sollten Waschmittel so umweltverträglich wie möglich sein. Die KLJB hat ein Rezept für flüssiges Biowaschmittel entwickelt und in ihrem neuen Werkbrief „IDEENreich für Nachhaltigkeit – Lesen.Lernen.Leben" abgedruckt. Es lässt sich schnell und einfach selbst herstellen.

von Ronja Goj am 03.04.2021

 

Flüssiges Biowaschmittel

© Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de


Dazu brauche ich:

•    2 Liter Wasser aufkochen
•    30 Gramm geriebene Kernseife
•    40 Gramm Waschsoda vermengen

So wird´s gemacht:

Wasser darüber gießen und gut verrühren, abkühlen lassen und einige Stunden stehen lassen. Die Konsistenz gleicht nun einem Wackelpudding. Nach Belieben können 10-20 Tropfen ätherisches Öl hinzugegeben werden (z.B. Rosenholz, Lavendel, Zitronengras, …). Danach nochmals gut umrühren und abfüllen.

Anwendung:

Beim Waschen in der Waschmaschine gleiche Menge wie bei herkömmlichem Waschmittel verwenden.

Weitere Tipps:

Bei weißer Wäsche wirken zusätzlich 1-2 EL Natron bleichend. Als Weichspüler kann einfach Tafelessig in das Weichspülerfach gegeben werden.

Weitere tolle Ideen findest du auf www.smarticular.net und in dem Buch „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“

Simone Ebner, aus: IDEENreich für Nachhaltigkeit. Lesen. Lernen. Leben. Werkbrief für die Landjugend
© Landesstelle der Katholischen Landjugend Bayerns, München 2020, www.landjugendshop.de, In: Pfarrbriefservice.de

Gummibärchen "Selber machen"

© Hans / Pixabay.com - Lizenz

Gummibärchen sind beliebt. Es ist einfach Fruchtgummis selbst zu machen. Wer Kirschgummibärchen liebt macht nur Kirsche, wer lieber Himbeere mag, macht diese. Der Vorteil: keine Farbe bleibt in der Tüte übrig! Plastikmüll wird zusätzlich vermieden. Selbstgemachte Gummibärchen haben eine weichere Konsistenz, sind auch nicht so lange haltbar, dafür immer frisch!

Material:

■ kleiner Topf
■ Herd
■ Schneebesen
■ Formen für die Gummibärchen (Silikonpralinenformen, Eiswürfelformen oder Schokoladenpralinenverpackungen aus Kunststoff) oder eine Auflaufform
■ ein Messer zum Schneiden der Gummibärchen
■ 200 ml Flüssigkeit (Fruchtsaft, Sirup, Tee, Limo, …)
■ Sirup am besten 1:1 mit Wasser verdünnen, Tee evtl. süßen
■ 1 - 2 EL Zitronensaft
■ 2 Päckchen gemahlene Gelatine, alternativ auch Agar Agar
■ evtl. 1 EL Zucker je nach Süße der Flüssigkeit
■ Formen für die Gummibärchen

Dauer:  ca. 10 Minuten in der Herstellung plus Kühlzeiten

Wie geht’s?

1. Gelatine mit Fruchtsaft oder Wasser mit Sirup im Topf verrühren und etwas einweichen/ quellen lassen.

2. Zitronensaft und evtl. Zucker hinzugeben.

3. Unter ständigem Rühren vorsichtig erhitzen. Achtung! Nur kurz erhitzen, bis sich alles aufgelöst hat. Auf keinen Fall, kochen, denn durch zu viel Hitze wird die Gelatine zerstört und die Masse wird nicht fest!

4. Wenn alles aufgelöst ist, die Fruchtgummimasse in die vorbereiteten sauberen Formen füllen und ca. 2 Stunden auskühlen lassen. (evtl. in einen Kühlschrank stellen)

5. Feste Fruchtgummis/Gummibärchen aus der Form lösen und genießen!

Die Menge kann halbiert oder auch einfach verdoppelt werden, je nach Menge der vorhandenen Formen.

von: Julia Mokry, aus: „Gut genährt?!. Infos - Tipps - Methoden. Werkbrief für die Landjugend“, © Landesstelle der Katholischen Landjugend Bayerns, München 2018. www.landjugendshop.de, In: Pfarrbriefservice.de

Regional, bio, konventionell, unverpackt – ein Gericht in vier Varianten

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Die Jugendliche Isi Voltmer macht das Selbstexperiment

In meinem Selbstexperiment habe ich mich für knapp einen Monat mit verschiedenen Arten des Einkaufens beschäftigt. Ich wollte damit meine eigene Überzeugung, dass umweltschonendes und nachhaltiges Einkaufen teuer und aufwändig sei, testen.

Mein Plan bestand darin, jeden Montag Spaghetti Bolognese zu kochen und die gekauften Zutaten immer nach anderen Vorgaben einzukaufen. Den Preis habe ich jeweils auf ein Standardrezept herunter gerechnet und am Ende des Monats verglichen.

Das Rezept:

500g Spaghetti
1 Zwiebel
2 El ÖL
300g Hackfleisch (Rind)
500g passierte Tomaten
400g gehackte Tomaten

Konventionell mit einem Hauch Luxus

Am ersten Montag habe ich alle Zutaten konventionell eingekauft. Das hat bei mir bedeutet: möglichst billig, mit einem kleinen Hauch von Luxus (mein Hackfleisch war von der Frischfleischtheke). Der Preis lag hier bei 3,98 €.

Bio – schwerer als gedacht

Der zweite Montag stand unter dem Motto „bio“. Der Einkauf war etwas schwieriger, da die Auswahl sehr klein war, selbst in einer Supermarktkette wie Edeka. Im Endeffekt musste ich zum Kochen Schweine- statt Rinderhackfleisch verwenden. Und auch preislich waren die Bio-Produkte teurer: insgesamt habe ich 8,83 € gezahlt.

Unverpackt – ein gutes Gefühl

Der dritte Montag war dem plastik- und verpackungsfreien Einkauf gewidmet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Laden in München zu finden, in dem ich lose Spaghetti bekommen konnte, war der Einkauf recht entspannt. Auch beim Fleischhändler habe ich meine eigene Dose als Verpackung benutzen dürfen. Angefühlt hat es sich gut, ohne Verpackung nach Hause zu kommen. Meinem Geldbeutel tat es aber weh: satte 10,49 € habe ich ausgegeben.

Regional – zum Verzweifeln

Der letzte Tag des Experiments war angebrochen und somit auch der Tag meines Scheiterns. Das Thema „regional“ klingt im ersten Moment vielleicht nicht sehr aufwändig, gestaltet sich in der Praxis aber umso schwieriger. Die Kennzeichnung vieler Lebensmittel ist nicht eindeutig, zum Teil sind manche Artikel regional nicht erhältlich. Dass ich dieses Motto so unterschätzt habe, zeigt sich auch in meinem Ergebnis: ich habe nicht alles bekommen, was ich gebraucht hätte und zusätzlich 6,33 € gezahlt.

Das Fazit – Tu etwas!

Das Fazit meines Selbstexperimentes lässt sich wie folgt formulieren: Ja, die Klischees stimmen leider. Nicht immer ist beim Einkaufen alles da, wie man es haben will und ebenso ist der Preis meist höher als erhofft. ABER mir hat das Experiment gezeigt, an welchen Stellen ich die herkömmlichen Produkte durch andere Produkte „tauschen“ kann und somit nicht ganz so umweltschädlich bin. Immer geht das natürlich nicht und oft muss ich einen Kompromiss zwischen unverpackten, biologisch hergestellten und regionalen Lebensmitteln finden, aber mit ein bisschen Übung und mehr Aufmerksamkeit, geht das ziemlich gut. Mittlerweile bin ich auch der Meinung, dass JEDER etwas tun kann. Allein beim Obst und Gemüse kann man beispielsweise gut auf Verpackungen verzichten und auf einen guten Anbau oder Regionalität achten. Gerade, wenn man genug Geld zum Leben hat, lohnt es sich, ein paar Euro mehr in sein Essen zu investieren.

Ich freue mich, wenn mein Experiment auch euch angeregt hat, selber einmal den Selbstversuch zu wagen und wünsche euch viel Spaß und Erfolg!

von: Isi Voltmer, In: Pfarrbriefservice.de