Schola Cantorum

© Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de

Die Tradition des Scholagesanges, ausgehend vom päpstlichen Hof in Rom, ist mit den Namen zweier Päpste verbunden: Silvester I. (314-335) und Gregor I. (590-604).

Die Schola in St. Peter und Paul kann ihre Gründung weder dem Kirchenvater Gregor, auch wenn er auf dem Kanzeldach in St. Peter und Paul steht, noch Silvester I. in die Schuhe schieben. Sie bleibt aber mit beiden in engem Kontakt.

Der Name Gregors des Großen hat den römischen (lateinischen) Liturgiegesang im germanischen Abendland verbreitet. Die sogenannte Gregorianik, wie sie mit ihren Ordinarien und Proprien im Graduale Romanum geschrieben steht, ist denn auch ein besonders vornehmer Teil des Scholarepertoires. Die gregorianischen Gesänge des Graduale Romanunm sind Teil der Eucharistiefeier, die aber seit dem 2. Vaticanum die deutsche Sprache vorsieht. Der größte Teil der von der Schola vorgetragenen Messgesänge, Lieder, Antwortpsalmen, Halleluja-Rufe, Kommuniongesänge, ein- bis vierstimmig, bedient sich deshalb der deutschen Sprache.

Regelmäßig zu hören ist die Schola am Abend der Hochfeste. Die Vesper ist das Abendgebet der Weltkirche. Sie ist fester Bestandteil des Stundengebets eines jeden Konvents. Teile der Vesper sind Psalmen des Alten Testaments, ein Canticum und das Magnificat aus dem Neuen Testament. Wer die Vesper mitfeiert, reiht sich ein in eine kaum vorstellbare Zahl von Psalmenbetern im Laufe von 3000 Jahren mit ihren jeweils individuellen Lebensgeschichten und Gotteserfahrungen. Auch Jesus war ein solcher. Das Buch der Psalmen ist ein Buch der Gotteserfahrungen, der Emotionen und Expressionen. Es ist ein Buch für singende Bibelleser. Wer Psalmen singt, hat Gemeinschaft mit dem König David und dem Volk Israel. Wer das Magnificat singt, begreift etwas von der „Größe des Herrn“. 

Silvesters I. gedenkt die Schola an dessen kirchlichem Gedächtnistag, wenn sie beim Abendmahl im Refektorium in guter Meinung die Früchte der Erde und des Weinstocks zu sich nimmt, Wache hält bis in die späte Nacht, sich zusammen mit dem Rector Ecclesiae zur Meditation in der Kirche versammelt und den Gedenktag des Heiligen mit dem „Großer Gott“ und dem Segen Gottes abschließt, dem liturgischen Kalender folgend, der für diesen Tag das „Te Deum laudamus“ und den feierlichen Schlusssegen vorsieht.

Und da ist noch etwas, was den geistlichen Reichtum der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche mit ausmacht, die Litaneien, insbesondere die Allerheiligen-Litanei. Zu ihr haben die Scholaren eine besonders vertraute Beziehung, zu den großen und besonderen Heiligen, zu den Volksheiligen und zum „Tonus rectus“.

Und nicht zuallerletzt pflegt die Schola auch die Gemeinschaft der Heiligen nach oder außerhalb der Liturgie. Als „zur Freude Berufene“ werden sie aus der Liturgie (Gehet hin in Frieden) in den Alltag entlassen, teilen Freud und Leid und singen bei passender Gelegenheit vierstimmig: Füllt noch einmal die Gläser voll, und stoßet herzlich an,  … und trinkt auf aller Woooohhhl!

Damit der Scholagesang auch in der Gemeinde der kommenden Generationen seinen Platz habe, seien junge Männer zum Kennenlernen eingeladen. Lateinkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Venite et cantate domino. Kommt herzu und singt dem Herrn.

Kontakt: Haben Sie Interesse mit uns zu singen oder Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Laupheimer (07033-4681717) oder an das Pfarrbüro.

Proben üblicherweise am Montag um 19.30 Uhr im Refektorium.